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<title>Eigentum</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Eigentum</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Eigentum</b> (Lehnübersetzung aus dem <a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a> <i>proprietas</i> zu <i>proprius</i> „eigen“) bezeichnet das <a href="Absolutes_Recht" title="Absolutes Recht">Herrschaftsrecht</a> an einer <a href="Sache_(Recht)" title="Sache (Recht)">Sache</a>, soweit eine Rechtsordnung dies zulässt.<sup id="cite_ref-Wolff1926_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Wolff1926-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Abgrenzung zum <a href="Besitz" title="Besitz">Besitz</a>, der ein zweckgebundenes, tatsächliches Verhalten des Menschen zu einer Sache beschreibt und daher <a href="Empirisch" class="mw-redirect" title="Empirisch">empirisch</a> faktischer Natur ist, ist Eigentum ein praktisch-<a href="Rechtsnorm" title="Rechtsnorm">normativer</a> Begriff, der nicht vorschreibt was <i>ist</i>, sondern was <i>gilt</i>.
</p><p>Kennzeichen moderner Formen des Eigentums sind die rechtliche Zuordenbarkeit von <a href="Gut_(Wirtschaftswissenschaft)" title="Gut (Wirtschaftswissenschaft)">Gütern</a> zu einer <a href="Nat%C3%BCrliche_Person" title="Natürliche Person">natürlichen</a> oder <a href="Juristische_Person" title="Juristische Person">juristischen Person</a> als <a href="Rechtssubjekt" title="Rechtssubjekt">Träger von Rechten und Pflichten</a>, die Anerkennung der beliebigen Verfügungsgewalt des Eigentümers und die <a href="Sozialpflichtigkeit_des_Eigentums" title="Sozialpflichtigkeit des Eigentums">Beschränkung</a> des Eigentümerbeliebens durch <a href="Gesetz" title="Gesetz">Gesetze</a>.<sup id="cite_ref-Flossmann1976a_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Flossmann1976a-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Eigentumsbegriff entwickelte sich historisch über mehrere Stufen: Im <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">antiken Rom</a> bedeutete er noch absolute Verfügungsgewalt mit allen Abwehrrechten des Rechteinhabers, im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> galt ein Eigentumsbegriff <a href="Christentum" title="Christentum">christlicher Herkunft</a>, dessen Zentrum die Sozialpflichtigkeit war, und seit der <a href="Neuzeit" title="Neuzeit">Neuzeit</a> etablierte sich der <a href="Wirtschaft" title="Wirtschaft">ökonomisch</a> orientierte Eigentumsbegriff eines bürgerlich-<a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">kapitalistischen</a> Wertesystems. Elemente aller drei Entwicklungsstufen finden sich noch in den heutigen Eigentumsbegriffen.
</p><p>Eigentum ist in den meisten <a href="Verfassung" title="Verfassung">Verfassungen</a> als <a href="Grundrecht" class="mw-redirect" title="Grundrecht">Grundrecht</a> geschützt, aber nicht inhaltlich bestimmt. Der materiale Gehalt des Eigentums ergibt sich aus einer Vielzahl von Gesetzen des <a href="Privatrecht" title="Privatrecht">Privatrechts</a> und des <a href="%C3%96ffentliches_Recht" title="Öffentliches Recht">öffentlichen Rechts</a> (Bodenrecht, Mietrecht, Kaufrecht, Denkmalschutz, Umweltrecht, Steuergesetze etc.; als Besonderheit: Tierschutz) beziehungsweise aus gerichtlichen <a href="Pr%C3%A4zedenzfall" title="Präzedenzfall">Präzedenzfällen</a>. Man spricht daher auch von Eigentum als einem „Bündel von Rechten und Berechtigungen“, das die Beziehungen und das Handeln zwischen Personen symbolisiert.<sup id="cite_ref-SiegristSugarman1999a_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-SiegristSugarman1999a-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Gehalt des Eigentumsbegriffs ist nicht statisch und naturgegeben, sondern entwickelt sich im Laufe der Zeit durch die <a href="Gewohnheitsrecht" title="Gewohnheitsrecht">gewohnheitsrechtliche</a> Praxis, <a href="Rechtsprechung" title="Rechtsprechung">Rechtsprechung</a> und <a href="Gesetzgebung" title="Gesetzgebung">Gesetzgebung</a>.
</p><p>Allgemeinsprachlich wird häufig nur von „Besitz“ gesprochen, obwohl „Eigentum“ gemeint ist. Da die Begriffe in der juristischen <a href="Fachsprache" title="Fachsprache">Fachsprache</a> gegeneinander abgegrenzt sind, werden sie im Bereich des <a href="Recht" title="Recht">Rechts</a> nicht synonym verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsbestimmung">Begriffsbestimmung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Juristische_Eigentumsmerkmale">Juristische Eigentumsmerkmale</h3></div>
<p>Der juristische Eigentumsbegriff sowie die präzise Unterscheidung zwischen Eigentum (Recht) und Besitz (Tatsache) stammt aus dem <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">römischen Recht</a>. Im darauf basierenden heutigen deutschen <a href="Zivilrecht" class="mw-redirect" title="Zivilrecht">Zivilrecht</a> definiert § 903 Abs. 1 <a href="B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch" title="Bürgerliches Gesetzbuch">BGB</a> die grundlegenden Befugnisse des Eigentümers: „Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eigentum ist damit eine Rechtsposition, die ein <a href="Rechtssubjekt" title="Rechtssubjekt">Rechtssubjekt</a> im Verhältnis zu einer bestimmten Sache gegenüber allen anderen Personen einnimmt. Bei dieser Rechtsposition handelt es sich um ein sogenanntes Herrschaftsrecht. Das bedeutet, dass der Eigentümer mit der Sache nach Belieben verfahren darf. In den verschiedenen Rechtsordnungen ist Eigentum insoweit als <a href="Absolutes_Recht" title="Absolutes Recht">absolutes Recht</a> zugestanden und ausgestaltet. Eigentum schließt damit <a href="Dritter" title="Dritter">Dritte</a> – also andere Personen – von ihrer Einflussnahme auf die Sache grundsätzlich aus. Der Eigentümer kann einem Dritten aber ein <a href="Relatives_Recht" title="Relatives Recht">relatives Recht</a> an der Sache einräumen, beispielsweise per Miet- oder Leihvertrag. In Erfüllung der daraus erwachsenden vertraglichen Pflichten entsteht ein Besitzrecht des Dritten an der Sache, während der Eigentümer sein absolutes Recht behält, denn er kann die Besitzverhältnisse eines Dritten beenden.
</p><p>Bei der Rechtsausübung muss der Eigentümer jedoch gesetzliche Grenzen beachten. So besteht häufig das Verbot, Eigentum dazu zu benutzen, fremdes Eigentum zu beschädigen oder andere Personen zu verletzen. Eigentum bedeutet regelmäßig auch Sozialbindung, weshalb beendenden Charakter beispielsweise die <a href="Enteignung" title="Enteignung">Enteignung</a> (in ihren unterschiedlichen Gestaltungsformen) haben kann oder, wenn Kapitaldienste bei der Finanzierung nicht geleistet werden, <a href="Hoheitsakt" title="Hoheitsakt">Hoheitsakte</a> im Rahmen von <a href="Zwangsvollstreckungsrecht" title="Zwangsvollstreckungsrecht">Zwangsvollstreckungen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eigentum_in_der_Rechtsordnung_einzelner_Staaten">Eigentum in der Rechtsordnung einzelner Staaten</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Eigentum_(Deutschland)" title="Eigentum (Deutschland)">Eigentum (Deutschland)</a>, <a href="Eigentum_(%C3%96sterreich)" title="Eigentum (Österreich)">Eigentum (Österreich)</a> und <a href="Eigentum_(Schweiz)" title="Eigentum (Schweiz)">Eigentum (Schweiz)</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung_zum_Besitz">Abgrenzung zum Besitz</h2></div>
<p>Vom Eigentum zu unterscheiden ist der <a href="Besitz" title="Besitz">Besitz</a>, der sich auf die tatsächliche, empirisch-faktische Herrschaft über eine Sache bezieht. Bei <a href="Mietvertrag_(Deutschland)" title="Mietvertrag (Deutschland)">Miet-</a> oder <a href="Leihvertrag" title="Leihvertrag">Leihverträgen</a> (oder vielen anderen obligatorischen Verträgen) fallen Eigentum und Besitzausübung regelmäßig nicht in derselben Person zusammen, sondern auseinander. Kann der Besitzer kein ihn schützendes Recht zum Besitz herleiten (etwa der Dieb), kann der Eigentümer die Sache herausverlangen, weil er einen <a href="Herausgabeanspruch" title="Herausgabeanspruch">Herausgabeanspruch</a> hat. Es besteht dann ein sogenanntes <a href="Eigent%C3%BCmer-Besitzer-Verh%C3%A4ltnis" title="Eigentümer-Besitzer-Verhältnis">Eigentümer-Besitzer-Verhältnis</a>, das gegebenenfalls Haftungsverschärfungen kennt. Zur Veranschaulichung nochmals: bei einem Mietvertrag wird der Mieter Besitzer, der Vermieter jedoch bleibt Eigentümer. Die faktische tatsächliche Ausübung der Sachherrschaft des Nichteigentümers, ändert an der abstrakten Natur des Eigentumsrechts des Eigentümers nämlich nichts. Der Mieter wird „unmittelbarer berechtigter Fremdbesitzer“, wohingegen der Eigentümer „mittelbarer Eigenbesitzer“ bleibt. Endet der Mietvertrag und der Besitzer gibt die Sache nicht heraus, entfällt die Berechtigung und der Besitzer setzt sich Herausgabeansprüchen aus.
</p><p>Der Mieter erhält die tatsächliche Sachherrschaft, kann aber den gemieteten Gegenstand nicht als <a href="Aktiva" title="Aktiva">Aktiva</a> (Vermögen) in seiner <a href="Bilanz" title="Bilanz">Bilanz</a> verbuchen. Der Vermieter kann als Eigentümer die Sache hingegen verbuchen, woraus deutlich wird, dass Eigentum ein <a href="Verm%C3%B6gen_(Recht)" title="Vermögen (Recht)">Vermögensrecht</a> ist. Ökonomischen Wert hat nicht der Gegenstand an sich, sondern nur der Eigentumstitel, der mit dem Besitz (dem tatsächlichen „Haben“) nicht zusammenfallen muss, sondern ein zusätzlich zum Gegenstand bestehender abstrakter Rechtstitel ist. In den meisten Ökonomien baut die Geldwirtschaft, besonders die Kreditwirtschaft auf Eigentumstiteln auf. Wo keine solche Eigentumstitel existieren, muss sich Geldwirtschaft stattdessen auf Leistungsansprüche, die meist durch Arbeit erworben werden, stützen. Die Dokumentation von Eigentum kann an einen <a href="Titel_(Recht)" title="Titel (Recht)">Rechtstitel</a> oder die Eintragung in ein Register (z. B. <a href="Grundbuch" title="Grundbuch">Grundbuch</a>) gebunden sein. Der Eigentümer von Booten und Schiffen heißt <a href="Liste_seem%C3%A4nnischer_Fachw%C3%B6rter_(A_bis_M)#E" title="Liste seemännischer Fachwörter (A bis M)">Eigner</a>, deren Zusammenschluss <i>Eignergemeinschaft</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigentum_in_der_Wissenschaft">Eigentum in der Wissenschaft</h2></div>
<p>Eigentum ist nicht allein ein <a href="Rechtsinstitut" title="Rechtsinstitut">Rechtsinstitut</a> in der <a href="Rechtswissenschaft" title="Rechtswissenschaft">Rechtswissenschaft</a>, sondern wird interdisziplinär untersucht. So fragen die <a href="Rechtsphilosophie" title="Rechtsphilosophie">Rechts-</a> und die <a href="Sozialphilosophie" title="Sozialphilosophie">Sozialphilosophie</a> nach den Erwerbsgründen und der <a href="Begr%C3%BCndung" title="Begründung">Rechtfertigung</a> von Eigentum.
</p><p>Die <a href="Soziologie" title="Soziologie">Soziologie</a> befasst sich mit der Entstehung, der gesellschaftlichen Bedeutung und den Folgen der Institutionalisierung von Eigentum. Sie fragt dabei danach, welchen Einfluss Eigentum auf die <a href="Macht" title="Macht">Machtverhältnisse</a>, den <a href="Sozialer_Status" title="Sozialer Status">Sozialstatus</a> und die <a href="Soziale_Ungleichheit" title="Soziale Ungleichheit">soziale Ungleichheit</a> hat.
</p><p>Die <a href="Geschichtswissenschaft" title="Geschichtswissenschaft">Geschichtswissenschaft</a> untersucht den Eigentumsbegriff hinsichtlich seines Einflusses auf und die Prägung durch die historische Entwicklung.<sup id="cite_ref-SiegristSugarman1999b_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-SiegristSugarman1999b-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Politikwissenschaft" title="Politikwissenschaft">Politikwissenschaft</a> und <a href="Volkswirtschaftslehre" title="Volkswirtschaftslehre">Volkswirtschaftslehre</a> (auch andere <a href="Wirtschaftswissenschaft" title="Wirtschaftswissenschaft">Wirtschaftswissenschaften</a>) beschäftigen sich mit den Folgen und möglichen Wirkungen der Gestaltung von Eigentumsordnungen.
</p><p>Die <a href="Ethnologie" title="Ethnologie">Ethnologie</a> untersucht Eigentumsverhältnisse in unterschiedlichen menschlichen Gesellschaften.<sup id="cite_ref-BendaBeckmannetal_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-BendaBeckmannetal-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_in_der_deutschen_Sprache">Verwendung in der deutschen Sprache</h2></div>
<p><i>Eigentum</i> und <i>Besitz</i> werden sprachlich oft gleichgesetzt, sind jedoch im juristischen und ökonomischen Kontext streng voneinander zu unterscheiden.<sup id="cite_ref-Theil_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-Theil-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So kann ein Gegenstand sich vorübergehend oder auf Dauer im Besitz einer anderen Person als des <i>Eigentümers</i> befinden (zum Beispiel bei einer Mietwohnung). Daneben wird der Begriff des Eigentums umgangssprachlich auch für das Objekt des Eigentums verwendet („Das ist mein Eigentum“).
</p><p>Der Begriff Eigentum wird meist nur in <a href="Gesellschaft_(Soziologie)" title="Gesellschaft (Soziologie)">Gesellschaften</a> oder <a href="Bev%C3%B6lkerung" title="Bevölkerung">Populationen</a> gebraucht, in denen es eine rechtliche Unterscheidung von Eigentum und Besitz gibt. Den früheren <a href="Eskimo" title="Eskimo">Eskimo</a>-Populationen war beispielsweise der Begriff des Eigentums unbekannt.
</p><p>Rechtlich wird zudem zwischen Eigentum und <a href="Verm%C3%B6gen_(Wirtschaft)" title="Vermögen (Wirtschaft)">Vermögenswert</a> unterschieden. Auch wenn Eigentum im Alltag oft mit Privateigentum gleichgesetzt wird, werden auch kollektive Verfügungsrechte an Sachen, die exklusiv von einer Gemeinschaft oder vom Staat ausgeübt werden, als Eigentum bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Eigentumstheorien" title="Eigentumstheorien">Eigentumstheorien</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frühgeschichte"><span id="Fr.C3.BChgeschichte"></span>Frühgeschichte</h3></div>
<p>Über die historischen Wurzeln des Eigentums gibt es wenig gesichertes Wissen. Aus der <a href="Steinzeit" title="Steinzeit">Steinzeit</a> kennt man <a href="Grabbeigabe" title="Grabbeigabe">Grabbeigaben</a>, die den Toten mitgegeben wurden. Dabei dürfte es sich um persönliche <a href="Habseligkeiten" title="Habseligkeiten">Habseligkeiten</a> gehandelt haben wie <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a>, <a href="Schmuck" title="Schmuck">Schmuck</a> und Gebrauchsgegenstände, für die eine besondere Bindung an die Person bestand.<sup id="cite_ref-Kimmich_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kimmich-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gesellschaftliches Eigentum entstand bereits in der <a href="Fr%C3%BChgeschichte" title="Frühgeschichte">Frühzeit</a> im Zusammenhang mit der damals vorherrschenden <a href="Traditionelle_Wirtschaftsform#Extraktive_Wirtschaftsformen_(Wildbeuter_und_Feldbeuter)" title="Traditionelle Wirtschaftsform">extraktiven Wirtschaft</a> zunächst durch Abgrenzung von Jagdrevieren einzelner Horden und Stämme, die diese gegeneinander verteidigten.<sup id="cite_ref-Theil2001_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Theil2001-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wie die Eigentumsrechte am Land in typischen <a href="J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Jäger und Sammler">Jäger-und-Sammler</a>-Gesellschaften ausgestaltet sind, ist Gegenstand einer wiederkehrenden <a href="Ethnologie" title="Ethnologie">ethnologischen</a> Debatte. Die von <a href="Henry_Lewis_Morgan" class="mw-redirect" title="Henry Lewis Morgan">Henry Lewis Morgan</a> vertretene und später von <a href="Friedrich_Engels" title="Friedrich Engels">Friedrich Engels</a> übernommene These eines „<a href="Urkommunismus" title="Urkommunismus">Urkommunismus</a>“ in der menschheitsgeschichtlichen Entwicklung wurde durch <a href="Frank_G._Speck" class="mw-redirect" title="Frank G. Speck">Frank G. Specks</a> Beispiel familienbezogener Jagdreviere der <a href="Algonkin" title="Algonkin">Algonkin</a> in <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> in Frage gestellt. Ob diese Familienreviere jedoch schon zu <a href="Pr%C3%A4kolumbianisch" class="mw-redirect" title="Präkolumbianisch">präkolumbianischer</a> Zeit bestanden haben und ob sie als eine dem europäischen Privateigentum ähnliche Institution angesehen werden können, ist weiterhin umstritten.<sup id="cite_ref-Feit1993a_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Feit1993a-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass auch in den Familienterritorien der Algonkin Rechte primär größeren sozialen Gruppen zugeordnet sind. Grundbesitz soll zudem auf spiritueller und sozialer <a href="Reziprozit%C3%A4t_(Soziologie)" title="Reziprozität (Soziologie)">Reziprozität</a> beruhen, das heißt auf wechselseitigen, nicht im Sinne eines Tausches direkt miteinander verknüpften Gaben und Gegengaben.<sup id="cite_ref-Feit1993b_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-Feit1993b-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eigentum gab es schon bei den noch nicht sesshaften <a href="Hirtenvolk" title="Hirtenvolk">Hirtenvölkern</a>. Individuelles Eigentum an <a href="Grundst%C3%BCck" title="Grundstück">Grund und Boden</a> entstand erst im Übergang zum <a href="Ackerbau" title="Ackerbau">Ackerbau</a> und im Zuge der allmählichen Ablösung der <a href="Sippe" title="Sippe">Sippen</a> durch kleinere Familienverbände und die Entstehung von Siedlungen (<a href="Neolithische_Revolution" title="Neolithische Revolution">Neolithische Revolution</a>).<sup id="cite_ref-Mikl-Horke_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-Mikl-Horke-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bedrohungen von außen, aber auch gemeinsame Projekte wie der <a href="Siedlungswasserbau" title="Siedlungswasserbau">Siedlungswasserbau</a> im <a href="Mesopotamien" title="Mesopotamien">Zweistromland</a>, im <a href="Indus" title="Indus">Industal</a> oder in <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypten</a> führten zur Institutionalisierung von Herrschaftsstrukturen und schließlich zu den bekannten <a href="K%C3%B6nigreich" title="Königreich">Königreichen</a>. In diesem Zuge entstanden auch <a href="Rechtsordnung" title="Rechtsordnung">Rechtsordnungen</a>, in denen es möglich war, das Eigentum durchzusetzen. Die älteste bekannte <a href="Kodifizierung" title="Kodifizierung">Kodifizierung</a> ist der <a href="Codex_%E1%B8%AAammurapi" class="mw-redirect" title="Codex Ḫammurapi">Codex Ḫammurapi</a>, der bereits <a href="Kaufrecht" class="mw-redirect" title="Kaufrecht">Kaufrecht</a> und <a href="Erbrecht" title="Erbrecht">Erbrecht</a> kannte.
</p><p>Im 3. Jahrtausend vor Christus entstanden in <a href="Mesopotamien" title="Mesopotamien">Mesopotamien</a> die <a href="Tempelwirtschaft" title="Tempelwirtschaft">Tempelwirtschaft</a>, in der in regionalen Zentren rund um den Tempel die Wirtschaft in der Hand der Priester lag und die Rechte zur Bewirtschaftung des Landes gegen Abgaben von der Tempelverwaltung vergeben wurde. Gleichzeitig ist privater Grundbesitz anhand von Kaufverträgen in <a href="Keilschrift" title="Keilschrift">Keilschrift</a> dokumentiert. <a href="Reichtum" title="Reichtum">Reichtum</a> entstand durch kriegerische Ausweitung des Machtbereiches, aber auch durch Handel zwischen den Zentren und ersten <a href="Fernhandel" class="mw-redirect" title="Fernhandel">Fernhandel</a>. Es entstanden einerseits grundbesitzende <a href="Oberschicht" class="mw-redirect" title="Oberschicht">Oberschichten</a>, andererseits wurde der Wohlstand durch Ausbeutung von <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklaven</a> gemehrt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antike">Antike</h3></div>
<p>Die überlieferte Reflexion über die Bedeutung von Eigentum beginnt mit den Werken von <a href="Platon" title="Platon">Platon</a> und <a href="Aristoteles" title="Aristoteles">Aristoteles</a> im <a href="Antikes_Griechenland" title="Antikes Griechenland">antiken Griechenland</a>. Die Gesellschaft dieser Zeit war noch ganz überwiegend <a href="Landwirtschaft" title="Landwirtschaft">landwirtschaftlich</a> geprägt. Selbst in der <a href="Polis" title="Polis">Polis</a> von <a href="Athen" title="Athen">Athen</a> lebten noch mehr als drei Viertel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die Gesellschaft wurde vom <a href="Adel" title="Adel">Adel</a> und von <a href="Gro%C3%9Fgrundbesitzer" title="Großgrundbesitzer">Großgrundbesitzern</a> dominiert, wenn auch die Reformen des <a href="Kleisthenes_von_Athen" title="Kleisthenes von Athen">Kleisthenes</a> den Bürgern eine Beteiligung an den Entscheidungen der Polis ermöglicht hatten. Gesellschaftlicher und ökonomischer Kern war der Familienhaushalt (<a href="Oikos" title="Oikos">Oikos</a>). Zu diesem Haushalt gehörten auch Sklaven, die man kaufte oder die im Zuge der <a href="Kolonialisierung" class="mw-redirect" title="Kolonialisierung">Kolonialisierung</a> nach Athen gelangt waren. Die <a href="Schuldsklaverei" class="mw-redirect" title="Schuldsklaverei">Schuldsklaverei</a> war durch die Gesetze <a href="Solon" title="Solon">Solons</a> abgeschafft worden. Im Oikos war alles dem Hausvater untergeordnet, der über das Vermögen, die Frau, die Kinder und die Sklaven die Rechte des Eigentümers ausübte, aber auch die Verantwortung für ihr Wohlergehen hatte.
</p><p>Platon entwarf in der <a href="Politeia" title="Politeia">Politeia</a> das Konzept eines idealen Staates, in dem jeder die ihm angemessene Position einnimmt. So gibt es den Nährstand der <a href="Handwerker" class="mw-redirect" title="Handwerker">Handwerker</a> und <a href="Bauernstand" title="Bauernstand">Bauern</a>, die auch in diesem Staat über Eigentum verfügen. Den Zusammenhalt des Staates gewährleisten die Wächter (Wehrstand). Diese haben kein Eigentum, sondern erhalten ihr Auskommen von der Gesellschaft und im Gegenzug ist ihr gesamter Lebensbereich, auch die Wohnung, der Öffentlichkeit zugänglich. Auch die Philosophen, die für Platon geeignet sind, nach Erziehung und Ausbildung den Staat zu leiten, bleiben ohne Besitz. In seinem Spätwerk, den <a href="Nomoi" title="Nomoi">Nomoi</a>, setzt sich Platon mit der Frage auseinander, wie die staatliche Ordnung einer noch zu gründenden <a href="Kolonie" title="Kolonie">Kolonie</a> aussehen sollte. Hier sah er eine Verteilung des Grundbesitzes vor. Diese ist allerdings gleichmäßig und der Boden kann nicht verkauft, sondern nur vererbt oder an einen anderen ohne Grundbesitz übertragen werden.
</p><p>Ähnlich wie für Platon ist für Aristoteles das Ziel des menschlichen Lebens das Gute, nicht der Reichtum, der nur ein Mittel zur Erreichung dieses Ziels ist.<sup id="cite_ref-Aristoteles_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-Aristoteles-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Institut des Eigentums entstammt nicht der natürlichen Ordnung, sondern ist Ergebnis der menschlichen <a href="Vernunft" title="Vernunft">Vernunft</a>. Individuelles Eigentum ist dem gemeinschaftlichen Eigentum vorzuziehen, weil persönliches Eigentum eine größere Sorgfalt gegenüber den Sachen bewirkt. Zum zweiten entspricht Privateigentum dem Prinzip der Leistung. Des Weiteren regelt Eigentum eindeutig die Zuständigkeiten, so dass Streit vermieden werden kann. Persönliches Eigentum dient dem Genuss in der Gemeinschaft und ist Voraussetzung für die Tugend der <a href="Freiz%C3%BCgigkeit" title="Freizügigkeit">Freizügigkeit</a>. Gemeineigentum ist deshalb nur dort sinnvoll, wo es gemeinschaftlich genutzt wird oder einer gemeinsamen Finanzierung bedarf.
</p><p>Die frühe Kodifizierung des <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">römischen Rechts</a> war im antiken <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Rom</a> das <a href="Zw%C3%B6lftafelgesetz" title="Zwölftafelgesetz">Zwölftafelgesetz</a>. Vornehmlich diente es dem Zweck, die Konflikte zwischen den grundbesitzenden <a href="Patriziat_(R%C3%B6misches_Reich)" title="Patriziat (Römisches Reich)">Patriziern</a> und den <a href="Plebejer" title="Plebejer">Plebejern</a> zu ordnen. Obligatorische Rechtsgeschäfte, wie etwa Kaufverträge, waren sehr <a href="Gewohnheits-_und_Sakralrechtswesen_im_antiken_Rom" title="Gewohnheits- und Sakralrechtswesen im antiken Rom">formalisiert</a> als <a href="Libralakt" title="Libralakt">Libralakte</a> geregelt. Sie waren Bestandteil des <i><a href="Ius_civile" title="Ius civile">ius civile</a></i>, später auch des <i><a href="Ius_honorarium" title="Ius honorarium">ius honorarium</a></i>, dem <a href="Praetur" title="Praetur">prätorischen</a> Honorarrecht. Ähnlich wie in Griechenland war die römische Gesellschaft in Haushalten (<i><a href="Dominium" title="Dominium">dominium</a></i>: Eigentum, Besitzrecht) organisiert. Der Hausherr, der <i><a href="Pater_familias" title="Pater familias">pater familias</a></i>, war uneingeschränkter Gewaltgeber über den gesamten <a href="Patria_potestas" title="Patria potestas">Haus- und Hofstand sowie die Familienmitglieder</a>.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er allein repräsentierte im <a href="Altr%C3%B6misches_Recht" title="Altrömisches Recht">altzivilen Recht</a> der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">Republik</a> die Familientradition. Voraussetzung war, dass er das <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">Bürgerrecht</a> innehatte, mit dem <a href="Quiritisches_Eigentum" title="Quiritisches Eigentum">Eigentumsansprüche</a> (<i>ex iure Quiritum</i>) überhaupt gestellt werden konnten. Wer römischer Bürger war, konnte Privatland (<i>ager privatus</i>) erwerben und besitzen, wurde Eigentümer. Die Hausmacht der <i>patria potestas</i> erstreckte sich sogar auf erwachsene Söhne, da sie – sofern sie noch dem väterlichen Haushalt angehörten – nicht <a href="Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit" title="Geschäftsfähigkeit">geschäftsfähig</a> waren. Dabei spielte auch keine Rolle, dass sie gegebenenfalls bereits <a href="Ehe" title="Ehe">verheiratet</a> waren und Kinder hatten. Die Verfügungsmacht des <i>pater familas</i> reichte so weit, dass er seine Kinder sogar in die Sklaverei <a href="Mancipatio" title="Mancipatio">verkaufen</a> konnte. Er konnte durch <a href="Erbfolge_(r%C3%B6misches_Recht)" title="Erbfolge (römisches Recht)">Testament</a> sein Eigentum uneingeschränkt vererben (<i><a href="Sui_heredes" title="Sui heredes">sui heredes</a></i>). Lag kein Testament vor, erfolgte die <a href="Intestaterbfolge_(r%C3%B6misches_Recht)" title="Intestaterbfolge (römisches Recht)">Intestaterbfolge</a> in <a href="Agnat" title="Agnat">männlicher</a> Linie.
</p><p>Dem römischen Staat hingegen gehörte der <i>ager publicus</i>, Land als <a href="Allmende" title="Allmende">Gemeineigentum</a>, das durch Eroberungsfeldzüge erworben wurde (vgl. auch <a href="Punische_Kriege" title="Punische Kriege">Punische Kriege</a>, <a href="Gracchische_Reform" class="mw-redirect" title="Gracchische Reform">Gracchische Reformen</a>). Dessen Verteilung sorgte für eines der zentralen Konfliktfelder der römischen Geschichte, an dem letztlich die römische Republik zerbrach und <a href="Prinzipat" title="Prinzipat">autoritäreren Strukturen</a> weichen musste.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gemein- wurde in Privateigentum gewandelt.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im römischen Recht gab es keine formale Definition des Eigentumsbegriffs, wohl aber verschiedene Formen des Eigentums. Aus der Beschreibung <i>meum esse aio</i> („ich behaupte, dass es mein ist“) lässt sich anhand der Praxis ableiten, dass die <a href="Legaldefinition" title="Legaldefinition">Legaldefinition</a> in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__903.html">§ 903</a></span> Satz 1 <a href="B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch" title="Bürgerliches Gesetzbuch">BGB</a> weitgehend mit der inhaltlichen Bestimmung zur Zeit <a href="Cicero" class="mw-redirect" title="Cicero">Ciceros</a> übereinstimmt.<sup id="cite_ref-Chiusi2005a_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-Chiusi2005a-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Cicero setzte sich mit der Begründung von Eigentum auseinander. Für ihn entsteht Privateigentum ursprünglich durch <a href="Origin%C3%A4rer_Eigentumserwerb" title="Originärer Eigentumserwerb">Okkupation</a>. Das Land der eroberten Provinzen betrachteten die Römer als Eigentum des römischen Volkes und begründeten hiermit das Recht auf eine Bodensteuer (<a href="Tribut" title="Tribut">Tribut</a>). Die Römer kannten bereits ein <a href="Immission" title="Immission">Immissionsverbot</a> (siehe <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__906.html">§ 906</a></span> BGB), d. h. jemand konnte sein Grundstück nicht beliebig nutzen, wenn er damit den Besitz anderer beeinträchtigte, z. B. durch Entwässerungsgräben, deren Wasser auf fremden Grund abfloss.<sup id="cite_ref-Chiusi2005b_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-Chiusi2005b-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine neue Sicht auf das Eigentum kam in der <a href="Patristik" title="Patristik">Patristik</a> durch die Verbreitung christlich-jüdischer Gedanken auf, nach denen das <a href="Naturrecht" title="Naturrecht">Naturrecht</a> mit dem göttlichen Recht gleichzusetzen ist. Im <a href="Tanach" title="Tanach">Tanach</a> („Altes Testament“) wird das Land dem Menschen zur Verwaltung übergeben – es bleibt aber im Eigentum Gottes. Bei den Kirchenvätern wie <a href="Clemens_von_Alexandria" title="Clemens von Alexandria">Clemens von Alexandria</a> stand daher die von der <a href="Stoa" title="Stoa">Stoa</a> übernommene Frage des richtigen Gebrauchs von Eigentum im Vordergrund. Sie forderten, das Eigentum, das über den eigenen Bedarf hinausgeht, an die Armen weiterzugeben.<sup id="cite_ref-Schaefers1998_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schaefers1998-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Reichen in der Gemeinde haben entsprechend der paulinischen Lehre eine <a href="F%C3%BCrsorgepflicht" title="Fürsorgepflicht">Fürsorgepflicht</a> gegenüber den Armen („Der eine trage des anderen Last“, Gal. 6, 2).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelalter">Mittelalter</h3></div>
<p><a href="Thomas_von_Aquin" title="Thomas von Aquin">Thomas von Aquin</a> versuchte eine vermittelnde Position zwischen der Lehre des Aristoteles und den Auffassungen der Patristik zu entwickeln. Sein Ausgangspunkt war der dreieinige Gott als Eigentümer (<i>principale dominium omnium rerum</i>),<sup id="cite_ref-Aquin_20-0" class="reference"><a href="#cite_note-Aquin-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kaiser und Könige konnten Gott als Verwalter stellvertreten (<i>dominum utile</i>). Erst aus dem abgeleiteten Recht entsprang das Lehensrecht (<a href="Lehnswesen" title="Lehnswesen"><i>feudum</i></a>). Er gestand Einzelnen aber private Eigentums- und Verfügungsrechte zu, sofern sie gemeinverträglich ausgeübt wurden, da die Bewirtschaftung eines Gutes – als Recht der Vorsorge und Verwaltung (<i>ius procurandi et dispensandi</i>) – die vor Gott rechenschaftspflichtige Freiheit des Einzelnen und das Überleben seiner Familie fördere (<i>ius positivum</i>). Dies war als Ausnahme zu verstehen, denn im Vordergrund stand stets das Gemeingut für die Sicherung des <a href="Gemeinwohl" title="Gemeinwohl">Gemeinwohls</a> (<a href="Naturrecht" title="Naturrecht"><i>ius naturale</i></a>). Thomas vertrat damit (im Rahmen des Streits der Kirche um Fragen zum Eigentum) <a href="Vernunft" title="Vernunft">vernunftgeleitete</a> Zweckmäßigkeitsinteressen des aufkommenden Bürgertums.<sup id="cite_ref-Aquin_20-1" class="reference"><a href="#cite_note-Aquin-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses Rechtsverständnis spiegelt sich heute in der <a href="Grundgesetz" class="mw-redirect" title="Grundgesetz">Verfassung Deutschland</a> mit den dort verankerten <a href="Eingriffsrecht" title="Eingriffsrecht">Eingriffsrechten</a> des Staates in das bürgerliche <a href="Grundrechte_(Deutschland)" title="Grundrechte (Deutschland)">Grundrecht</a> „Eigentum“ durch dessen Schrankenbestimmungen der <a href="Eigentum_(Deutschland)" title="Eigentum (Deutschland)">Sozialbindung sowie Sozialisierung (Art. 14, 15 GG)</a>.
</p><p>Die <a href="Feudalismus" title="Feudalismus">feudale</a> Eigentumsordnung des <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalters</a> strukturierte sich hierarchisch-derivativ in Form verliehener <a href="Privileg" title="Privileg">Privilegien</a> durch die <a href="Grundherrschaft" title="Grundherrschaft">Grundherren</a>. Dem gegenüber stand die Gemeinschaft der privaten Eigentümer in Rom im gleichen Horizont, sie waren auf Augenhöhe berechtigt. Die Privilegien gestalteten sich bald zunehmend komplexer und wurden schließlich unüberschaubar,<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> was <a href="Samuel_von_Pufendorf" title="Samuel von Pufendorf">Samuel von Pufendorf</a> schlussendlich das Attest ausstellen ließ, dass ihn das Reich an ein ungeregeltes Monstrum erinnere (<i>irregulare aliquod corpus et monstro simile</i>).<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei den <a href="Germanen" title="Germanen">Germanen</a> hatte sich der Stand der <a href="Wehrbauer" title="Wehrbauer">Wehrbauern</a> und das Institut der <a href="Allmende" title="Allmende">Allmende</a> entwickelt. Diese Struktur wurde im frühen Mittelalter zur Zeit des <a href="Karolinger" title="Karolinger">Karolingerreiches</a> durch die Herausbildung des <a href="Ritter" title="Ritter">Ritterstandes</a> abgelöst, durch den zentrale Herrschaft besser zu sichern war. Die mittelalterliche Eigentumsstruktur war geprägt durch Grundherrschaften, die entweder als <a href="Lehen" class="mw-redirect" title="Lehen">Lehen</a> (vom Landesherren verliehenes Nutzungsrecht) oder weniger verbreitet als <a href="Allod" title="Allod">Allodien</a> (vererbbares Eigentum) bestanden. Grundbesitz in den Städten, aber auch der zum Teil sehr große Grundbesitz der <a href="Kloster" title="Kloster">Klöster</a> war zumeist Eigentum (Allod). Auch Allodien waren nicht in jedem Fall frei veräußerlich, sondern waren zum Teil Stammgüter, das heißt von Vorfahren ererbte Immobilien, welche die Bestimmung hatten in derselben Familie zu bleiben (vgl. <a href="Familienfideikommiss" title="Familienfideikommiss">Familienfideikommiss</a>).<sup id="cite_ref-MeyersOnline_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-MeyersOnline-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Landwirtschaft war zumeist autark. Es gab freie und unfreie Bauern. Die Masse des Volkes lebte als <a href="Knecht" title="Knecht">Knechte</a> oder <a href="Tagel%C3%B6hner" title="Tagelöhner">Tagelöhner</a>. Es gab die an die Person gebundene Form der <a href="H%C3%B6rigkeit_(Rechtsgeschichte)" title="Hörigkeit (Rechtsgeschichte)">Hörigkeit</a> als <a href="Leibeigenschaft" title="Leibeigenschaft">Leibeigenschaft</a> und die an den Boden gebundene Grundhörigkeit. Während in <a href="Italien" title="Italien">Italien</a> schon früh die Städte ein Gegengewicht zu den Grundbesitzern gewannen, bildeten sich nördlich der Alpen städtische Strukturen erst allmählich heraus. In den Städten entwickelten sich Handel und <a href="Marktrecht" title="Marktrecht">Marktrecht</a>, es entstanden vor allem in <a href="Flandern" title="Flandern">Flandern</a> <a href="Messe_(Wirtschaft)" title="Messe (Wirtschaft)">Messen</a>, <a href="Gilde_(Kaufleute)" class="mw-redirect" title="Gilde (Kaufleute)">Kaufmannsgilden</a> und <a href="Zunft" title="Zunft">Zünfte</a> der Handwerker. Ein Höhepunkt im <a href="Hochmittelalter" title="Hochmittelalter">Hochmittelalter</a> war die Gründung der <a href="Hanse" title="Hanse">Hanse</a>.
</p><p>Eigentum wurde beziehungsweise wird oft gekennzeichnet durch so genannte <a href="Hausmarke" title="Hausmarke">Hausmarken</a>, zum Beispiel <a href="Wappen" title="Wappen">Wappen</a> und <a href="Brandzeichen" title="Brandzeichen">Brandzeichen</a>. Der Kennzeichnung von Grundbesitz dienen die auf den <a href="Hermes" title="Hermes">Hermes</a>-Kult zurückgehenden <a href="Grenzstein" title="Grenzstein">Grenzsteine</a>. Für Grundstücke führte <a href="Wilhelm_I._(England)" title="Wilhelm I. (England)">Wilhelm der Eroberer</a> in <a href="England" title="England">England</a> 1086 das wahrscheinlich erste <a href="Grundbuch" title="Grundbuch">Grundbuch</a> ein, das <a href="Domesday_Book" title="Domesday Book">Domesday Book</a>. Unabhängig davon führten die mittelalterlichen deutschen Städte <a href="Stadtbuch" title="Stadtbuch">Stadtbücher</a>, Vorläufer der heutigen Grundbücher.
</p><p>Für die <a href="Rechtsgeschichte" title="Rechtsgeschichte">Rechtsgeschichte</a> im Mittelalter von besonderer Bedeutung war das Wiederaufleben römischen Rechts angestoßen von den Forschungen der <a href="Legist_(Berufsbezeichnung)" title="Legist (Berufsbezeichnung)">Legisten</a> an den Universitäten, allen voran der <a href="Universit%C3%A4t_Bologna" title="Universität Bologna">Universität Bologna</a>. Die ersten Bearbeiter – der am Anfang des Prozesses untersuchten <a href="Pandekten" title="Pandekten">Digesten</a> – waren die <a href="Glossator#Glossatoren_des_weltlichen_Rechts" title="Glossator">Glossatoren</a>. Die Kodifikation des <a href="Corpus_iuris_civilis" title="Corpus iuris civilis">Corpus iuris civilis</a> hatte auch Einfluss auf das von den <a href="Dekretist" title="Dekretist">Dekretisten</a> vertretene <a href="Kanonisches_Recht" title="Kanonisches Recht">kanonische Kirchenrecht</a>, das im <a href="Decretum_Gratiani" title="Decretum Gratiani">Decretum Gratiani</a> systematisch zusammengefasst wurde.
</p><p>Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Auffassung über das Eigentum ist die Lehre <a href="Wilhelm_von_Ockham" title="Wilhelm von Ockham">Wilhelm von Ockhams</a>, der das als Eigentum bestimmte, was sich vor Gericht einklagen lässt.<sup id="cite_ref-Kaufmann2005_24-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kaufmann2005-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das einzige Naturrecht, das Ockham anerkennt, ist das Recht auf Erhalt der eigenen Person. Daraus ergibt sich der Anspruch der Armen, von den Reichen wenigstens soviel zu erhalten, wie sie zum Leben benötigen. Zum Naturrecht gehört auch, dass alle Menschen frei sind, auch wenn das <a href="V%C3%B6lkerrecht" title="Völkerrecht">Völkerrecht</a> die Sklaverei zulässt. Gerade in Hinblick auf Sklaven und die Position der Frau stellt er sich gegen die Tradition seit Aristoteles, die von Thomas von Aquin noch vertreten wurde.<sup id="cite_ref-Boeckenfoerde2006_25-0" class="reference"><a href="#cite_note-Boeckenfoerde2006-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frühe_Neuzeit"><span id="Fr.C3.BChe_Neuzeit"></span>Frühe Neuzeit</h3></div>
<p>Das im Spätmittelalter einsetzende Wachstum der Städte, die zunehmende Zahl der Universitätsgründungen, die Erfindung des <a href="Buchdruck" title="Buchdruck">Buchdrucks</a>, die <a href="Entdeckung_Amerikas" title="Entdeckung Amerikas">Entdeckung Amerikas</a>, <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a> und <a href="Humanismus" title="Humanismus">Humanismus</a> kennzeichnen strukturelle Veränderungen der Gesellschaft zu Beginn der <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">Frühen Neuzeit</a>. Das Denken wird <a href="S%C3%A4kularisierung" title="Säkularisierung">säkularer</a>, die Kirche wehrt sich mit der <a href="Inquisition" title="Inquisition">Inquisition</a>, muss aber im Zuge der <a href="Reformation" title="Reformation">Reformation</a>, der Entwicklung der <a href="Naturwissenschaft" title="Naturwissenschaft">Naturwissenschaften</a> und der Herausbildung der <a href="Nationalstaat" title="Nationalstaat">Nationalstaaten</a> ihren Machtverlust hinnehmen. Die dominierende Herrschaftsform im 17. und 18. Jahrhundert ist der <a href="Absolutismus" title="Absolutismus">Absolutismus</a>. Die <a href="Subsistenzwirtschaft" title="Subsistenzwirtschaft">Subsistenzwirtschaft</a> beginnt sich aufzulösen. Die Strukturen des <a href="Feudalismus" title="Feudalismus">Feudalismus</a> werden allmählich durch <a href="Stadtrecht" title="Stadtrecht">Stadtrechte</a>, <a href="Dorfordnung" title="Dorfordnung">Dorfordnungen</a> und Verlagerung der <a href="Gerichtsbarkeit" title="Gerichtsbarkeit">Gerichtsbarkeit</a> in die Gemeinden aufgeweicht. In ländlichen Gebieten entstehen Nachsiedlerschichten wie <a href="Heuerling" class="mw-redirect" title="Heuerling">Heuerlinge</a> oder <a href="K%C3%B6tter" title="Kötter">Kötter</a> und <a href="B%C3%B6dner" class="mw-redirect" title="Bödner">Bödner</a>. Die Wirtschaft wird komplexer mit vorindustriellen Produktionsweisen wie <a href="Heimarbeit" title="Heimarbeit">Heimarbeit</a> und ersten <a href="Manufaktur" title="Manufaktur">Manufakturen</a> und einer sich ausbreitenden <a href="Marktwirtschaft" title="Marktwirtschaft">Marktwirtschaft</a>. Es entwickelt sich der Übergang zum <a href="Merkantilismus" title="Merkantilismus">Merkantilismus</a> und zum <a href="Physiokratismus" class="mw-redirect" title="Physiokratismus">Physiokratismus</a>. In dieser Zeit entstand auch <a href="Geistiges_Eigentum" title="Geistiges Eigentum">Geistiges Eigentum</a> als neue Eigentumsform, zunächst als <a href="Privileg" title="Privileg">Privilegien</a>, dann auch geschützt durch <a href="Patent" title="Patent">Patent</a>recht (Venedig 1474, Großbritannien 1623, Frankreich 1790). In den Bereich der Privilegien fallen auch die <a href="Bergordnung" title="Bergordnung">Bergordnungen</a> des 15. und 16. Jahrhunderts. Fragen des <a href="Urheberrecht" title="Urheberrecht">Urheberrechts</a> wurden erstmals im 18. Jahrhundert geregelt.
</p><p><a href="Thomas_Hobbes" title="Thomas Hobbes">Thomas Hobbes</a>, der philosophisch den <a href="Absolutismus" title="Absolutismus">Absolutismus</a> stützte, entwickelte die Idee des <a href="Gesellschaftsvertrag" title="Gesellschaftsvertrag">Gesellschaftsvertrages</a>, in dem der Einzelne seine Freiheitsrechte an einen zentralen, allmächtigen Herrscher überträgt. Als absoluter Regent legt dieser Gesetze fest und setzt sie durch. Das Recht des Eigentümers kann niemand einschränken als der Souverän. Der Bürger hat aber auch kein Recht, ihn daran zu hindern.<sup id="cite_ref-Hobbes1989_26-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hobbes1989-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach dem <a href="Englischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Englischer Bürgerkrieg">englischen Bürgerkrieg</a> war in England das Bürgertum trotz der <a href="Stuart-Restauration" title="Stuart-Restauration">Stuart-Restauration</a> so stark geworden, dass es nach dem <a href="Habeas_Corpus_Act" class="mw-redirect" title="Habeas Corpus Act">Habeas Corpus Act</a> (1679) in der <a href="Glorious_Revolution" title="Glorious Revolution">Glorious Revolution</a> (1688) mit der <a href="Bill_of_Rights_(England)" title="Bill of Rights (England)">Bill of Rights</a> die Souveränität des Parlaments gegen den König durchsetzen konnte. In den <a href="Zwei_Abhandlungen_%C3%BCber_die_Regierung" title="Zwei Abhandlungen über die Regierung">Zwei Abhandlungen über die Regierung</a> bewertete <a href="John_Locke" title="John Locke">John Locke</a> das Eigentum als <a href="Grundrecht" class="mw-redirect" title="Grundrecht">Grundrecht</a>. Jedoch entsteht Eigentum nicht durch einen Vertrag, wie bei Hobbes, sondern beruht auf überpositivem Naturrecht. In der Begründung des Eigentums geht Locke mit seiner Arbeitstheorie einen völlig neuen Weg. Der Mensch ist von Natur aus berechtigt, zum Zweck der Selbsterhaltung sich einen Teil der Natur anzueignen. Indem der Mensch ein Naturgut bearbeitet, bringt er einen Teil seiner selbst in den Gegenstand ein. Naturgüter haben ohne <a href="Arbeit_(Philosophie)#Zeitalter_der_Aufklärung_bis_zur_Philosophie_Hegels" title="Arbeit (Philosophie)">Arbeit</a> einen nur geringen Wert. Wasser in der Natur gehört niemandem. Das Wasser im Krug ist aber unbestritten zu Eigentum geworden (II § 29). Auch der Wert des Bodens entsteht größtenteils durch Arbeit (II § 43). Der Erwerb von Eigentum, das heißt die <a href="Aneignung_(Philosophie)" class="mw-redirect" title="Aneignung (Philosophie)">Aneignung</a> der Natur hat bei Locke aber dort ihre Grenzen, wo der Mensch das von der Natur durch Arbeit Gewonnene nicht mehr verbrauchen kann (II § 32). Für die Bildung von Reichtum sind die Möglichkeit des Tausches und das Institut des <a href="Geld" title="Geld">Geldes</a> entscheidend. Indem der Mensch das Ergebnis der Arbeit tauscht, zum Beispiel Äpfel gegen Nüsse, so erhält er etwas weniger Verderbliches. Dieses darf er besitzen, auch wenn er es nicht unmittelbar verwertet. Durch die Einrichtung des Geldes wurde zwischen den Menschen ein Übereinkommen getroffen, dass die Aufbewahrung des Eigentums unbegrenzt erfolgen kann. „Das große und hauptsächliche Ziel, weshalb Menschen sich zu einem Staatswesen zusammenschließen und sich unter eine Regierung stellen, ist also die Erhaltung ihres Eigentums.“ (II § 124). Den unterschiedlichen Reichtum erklärt Locke mit unterschiedlichem Fleiß und den unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen der Menschen. Eingriffe ins Eigentum durch den Staat bedürfen immer der Zustimmung der Bürger (II § 139). Diese Rechtsauffassung entspricht einer bürgerlich-kapitalistisch ausgerichteten Eigentumsordnung. Recht auf privates Eigentum gründete nunmehr auf dem Prinzip „Arbeit“.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Gebrauch der Sache erzeugt die Arbeit. Er besteht nach Locke nicht in dem Recht, beliebig mit der Sache zu verfahren, auch nicht in der Pflicht, sie dem Gemeinwohl dienen zu lassen, <a href="Wirtschaft" title="Wirtschaft">ökonomisch</a> betrachtet, soll sie dem Rechte- und Pflichtenkreis des Eigentums so zugeordnet werden, dass sie durch die eigene Arbeit zu vermehren ist. Im 18. Jahrhundert sollten die Verfassungen der <a href="Verfassung_der_Vereinigten_Staaten" title="Verfassung der Vereinigten Staaten">Vereinigten Staaten</a> und <a href="Franz%C3%B6sische_Verfassung_(1791)" title="Französische Verfassung (1791)">Frankreichs</a> privates Eigentum als unverletzliches Recht festschreiben, dies nach ausdrücklicher Zustimmung der verfassungsgebenden Versammlungen. Die alte feudale Rechtsordnung war damit außer Kraft gesetzt. Andererseits wird davon ausgegangen, dass es „Dienste“ schon immer gab, allein: <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklavenarbeit</a> sei durch <a href="Vertrag" title="Vertrag">vertragliche</a> Gestaltung des Arbeitsdienstes abgelöst worden.
</p><p>Nach <a href="Jean-Jacques_Rousseau" title="Jean-Jacques Rousseau">Jean-Jacques Rousseau</a> führt die Bildung von Eigentum dazu, dass der Mensch den Urzustand verlässt. „Konkurrenz und Rivalität auf der einen Seite, Gegensatz der Interessen auf der anderen, und stets das versteckte Verlangen, seinen Profit auf Kosten anderer zu machen: alle diese Übel sind die erste Wirkung des Eigentums und das untrennbare Gefolge der entstehenden Ungleichheit“. (Diskurs, 209) „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und dreist sagte: ‚Das ist mein‘ und so einfältige Leute fand, die das glaubten, wurde zum wahren Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, Leiden und Schrecken würde einer dem Menschengeschlecht erspart haben, hätte er die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinesgleichen zugerufen: ‚Hört ja nicht auf diesen Betrüger. Ihr seid alle verloren, wenn ihr vergeßt, daß die Früchte allen gehören und die Erde keinem.‘“<sup id="cite_ref-RousseauA_28-0" class="reference"><a href="#cite_note-RousseauA-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dennoch betrachtet er das Eigentum als „das heiligste von allen Bürgerrechten, in gewissen Beziehungen noch wichtiger als die Freiheit selbst […], weil das Eigentum die wahre Begründung der menschlichen Gesellschaft und der wahre Garant der Verpflichtung der Bürger ist.“<sup id="cite_ref-RousseauB_29-0" class="reference"><a href="#cite_note-RousseauB-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>„Was der Mensch durch den Gesellschaftsvertrag verliert, ist seine natürliche Freiheit und ein unbegrenztes Recht auf alles, wonach ihn gelüstet und was er erreichen kann; was er erhält, ist die bürgerliche Freiheit und das Eigentum an allem, was er besitzt. Damit man sich bei diesem Ausgleich nicht täuscht, ist es notwendig, die natürliche Freiheit, die ihre Schranken nur in der Stärke des Individuums findet, deutlich von der bürgerlichen Freiheit zu unterscheiden, die durch den Gemeinwillen begrenzt ist, und den Besitz, der nur eine Folge der Stärke oder des Rechts des ersten Besitznehmers ist, vom Eigentum, das nur auf einen ausdrücklichen Titel gegründet werden kann.“ (CS I 8<sup id="cite_ref-RousseauC_30-0" class="reference"><a href="#cite_note-RousseauC-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Im republikanischen Staat Rousseaus ist die bürgerliche Freiheit durch das <a href="Gemeinwohl" title="Gemeinwohl">Gemeinwohl</a> begrenzt. Entsprechend kann durch demokratischen Beschluss in die Verteilung des Einkommens eingegriffen und durch <a href="Steuerprogression" title="Steuerprogression">progressive Steuern</a> eine größere <a href="Verteilungsgerechtigkeit" title="Verteilungsgerechtigkeit">Verteilungsgerechtigkeit</a> hergestellt werden. „Der, welcher nur das einfach Notwendige hat, muß gar nichts beitragen; die Besteuerung desjenigen, der Überflüssiges besitzt, kann im Notfall bis zur Summe dessen gehen, was das ihm Notwendige übersteigt.“<sup id="cite_ref-RousseauD_31-0" class="reference"><a href="#cite_note-RousseauD-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ähnlich wie Locke ein Einfluss auf die amerikanischen Verfassungen, insbesondere die <a href="Virginia_Bill_of_Rights" class="mw-redirect" title="Virginia Bill of Rights">Virginia Bill of Rights</a> von 1776 zugeschrieben wird, hatten die Schriften Rousseaus Einfluss auf die <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französische Revolution</a>. In Artikel 17 der <a href="Erkl%C3%A4rung_der_Menschen-_und_B%C3%BCrgerrechte" title="Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte">Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte</a> heißt es: „Da das Eigentum ein unverletzliches und heiliges Recht ist, kann es niemandem entzogen werden, es sei denn, dass dies die gesetzlich festgelegte öffentliche Notwendigkeit offensichtlich fordert, und dass eine gerechte und vorherige Entschädigung geleistet wird.“
</p><p>Zur Bestimmung des Eigentums unterschied <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a> das innere und das äußere „Mein und Dein“. Das innere Mein und Dein ist das Recht an der eigenen Person. Eigentum als das äußere Mein und Dein besteht nicht von Natur aus, sondern wird erworben, denn es bedarf der Zustimmung eines anderen, weil durch Eigentum die Sphäre des anderen betroffen ist (RL, AA VI 245). Eigentum unterscheidet sich von sinnlichem Besitz dadurch, dass es ein <a href="Intelligibel" title="Intelligibel">intelligibler</a> Besitz ist, den man sich nur durch den Verstand vorstellen kann. Eigentum ohne staatliche Gewalt ist nur provisorisch. Eigentum ist dann nicht legitimiert, wenn es andere in ihrer Freiheit beschränkt, ohne dass diese zugestimmt haben. Hieraus folgt, dass die Bildung von Eigentum denknotwendig zu einem republikanischen Staat führt.<sup id="cite_ref-Geismann_32-0" class="reference"><a href="#cite_note-Geismann-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Moderne">Moderne</h3></div>
<p>Der Begriff der <a href="Moderne" title="Moderne">Moderne</a> und seine Abgrenzung zur frühen Neuzeit sind wegen der Epochenschwelle und den daraus erwachsenden Taktierungen der <a href="Periodisierung" title="Periodisierung">Periodisierung</a> unscharf. <a href="Reinhart_Koselleck" title="Reinhart Koselleck">Reinhart Koselleck</a> bezeichnete den Übergang – bildlich gesprochen – als <a href="Sattelzeit" title="Sattelzeit">Sattelzeit</a>.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für die Theorie des Eigentums ist von Bedeutung, dass sich im Wechsel vom 18. zum 19. Jahrhundert nach den USA und Frankreich eine Reihe von Staaten eine <a href="Republik" title="Republik">republikanische</a> Verfassung gegeben haben, die Grundrechte fixierten. In einer Reihe von Ländern wurde das <a href="Zivilrecht" class="mw-redirect" title="Zivilrecht">Zivilrecht</a> auf der Grundlage des römischen Rechts den neuen Bedürfnissen angepasst. Das Privatrecht wurde <a href="Vernunftrecht" title="Vernunftrecht">vernunftrechtlich</a> ausgerichtet. In der wirtschaftlichen Entwicklung setzte sich die <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> stetig fort. Neben der abhängigen Landbevölkerung entstand in den Städten eine Arbeiterschaft, die in <a href="Manufaktur" title="Manufaktur">Manufakturen</a>, aber auch in <a href="Bergwerk" title="Bergwerk">Bergwerken</a> und Großbetrieben der Metallverarbeitung tätig waren. Unzureichende soziale Bedingungen führten zu einer <a href="Pauperisierung" class="mw-redirect" title="Pauperisierung">Pauperisierung</a> zunehmender Bevölkerungsteile und dem Aufkommen der <a href="Soziale_Frage" title="Soziale Frage">Sozialen Frage</a>. Aus der feudalen Ständegesellschaft wird eine <a href="Klassengesellschaft" class="mw-redirect" title="Klassengesellschaft">Klassengesellschaft</a>, in der das Eigentum an <a href="Produktionsmittel" title="Produktionsmittel">Produktionsmitteln</a> einen wesentlichen Einfluss auf die Stellung in der Gesellschaft ausmacht.
</p><p>Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die Kritik der sich entwickelnden Verhältnisse ein. Für den <a href="Fr%C3%BChsozialisten" class="mw-redirect" title="Frühsozialisten">Frühsozialisten</a> <a href="Pierre-Joseph_Proudhon" title="Pierre-Joseph Proudhon">Pierre-Joseph Proudhon</a> galt: „Eigentum ist Diebstahl“. Aber auch romantische Philosophen wie <a href="Franz_von_Baader" title="Franz von Baader">Franz von Baader</a> kritisierten die soziale Lage der Arbeiter. Eigentum war für <a href="Karl_Marx" title="Karl Marx">Karl Marx</a> und <a href="Friedrich_Engels" title="Friedrich Engels">Friedrich Engels</a> Ursache der Entfremdung und der <a href="Ausbeutung" title="Ausbeutung">Ausbeutung</a> des Arbeiters. „Das Kapital hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, werden zur Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmäßig allen Wechselfällen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.“<sup id="cite_ref-MarxA_34-0" class="reference"><a href="#cite_note-MarxA-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie sahen daher im <a href="Kommunismus" title="Kommunismus">Kommunismus</a> vor allem ein Projekt zur „Aufhebung des Privateigentums“<sup id="cite_ref-MarxEngels_35-0" class="reference"><a href="#cite_note-MarxEngels-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> an Produktionsmitteln und der darauf basierenden Ausbeutung.
</p><p>Erst die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende und seitdem fortschreitende Sozialgesetzgebung verminderte in den westlichen <a href="Industrieland" class="mw-redirect" title="Industrieland">Industrieländern</a> die Konfliktsituation zwischen Besitzenden und Besitzlosen allmählich und mit steigendem Wohlstand begann man von <a href="Soziale_Schicht" title="Soziale Schicht">Schichten</a> und schließlich von <a href="Soziales_Milieu" title="Soziales Milieu">Milieus</a> zu sprechen. Es bildeten sich bürgerliche <a href="Mittelschicht" title="Mittelschicht">Mittelschichten</a> heraus, die ihrerseits Vermögen und Eigentum bildeten. In <a href="Russland" title="Russland">Russland</a> führte hingegen die <a href="Oktoberrevolution" title="Oktoberrevolution">Revolution von 1917</a> zur Bildung eines sozialistischen beziehungsweise kommunistischen Staates, der das Privateigentum an Produktionsmitteln zwar unterdrückte, die Lohnarbeit jedoch beibehielt und noch verschärfte. Hinzu kam nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> die Ausweitung des Machtbereichs der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> in eine Reihe osteuropäischer Länder sowie die sozialistische Staatsbildung in der <a href="Volksrepublik_China" title="Volksrepublik China">Volksrepublik China</a>. Diese Regierungsformen, die das Privateigentum an Produktionsmitteln im Allgemeinen unterdrückten, waren zugleich mit erheblichen Einschränkungen individueller bürgerlicher Freiheiten verbunden und konnten sich teilweise nicht gegen die Konkurrenz und Politik der westlichen Industrieländer durchsetzten. Der Streit um die Frage des Privateigentums an Produktionsmitteln wird von reformistischen Kräften mehr als eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit und des zulässigen Umfangs von Privateigentum geführt, aber auch radikale, <a href="Anarchie" title="Anarchie">anarchistische</a> und kommunistische Bestrebungen zur Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln bestehen weiterhin weltweit.
</p><p><a href="Max_Weber" title="Max Weber">Max Weber</a> betrachtet das Eigentum aus der Perspektive sozialer Beziehungen, die er als „offen“ bezeichnet, wenn niemand daran gehindert ist, am gegenseitigen sozialen Handeln teilzunehmen. Wenn hingegen die Teilnahme beschränkt oder an Bedingungen geknüpft ist, spricht er von „Schließung“. Eine Schließung erfolgt immer dann, wenn die Beteiligten sich hiervon eine Verbesserung ihrer Chancen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse erwarten. Eine Schließung nach innen, das heißt innerhalb einer Gruppe, nennt Weber <a href="Appropriation_(Soziologie)" title="Appropriation (Soziologie)">Appropriation</a>. Rechte sind daher für ihn eine Appropriation von Chancen. „Erblich an Einzelne oder an erbliche oder Gesellschaften appropriierte Chancen sollen: „Eigentum“ (der Einzelnen oder der Gemeinschaften oder der Gesellschaften), veräußerlich appropriierte: „freies“ Eigentum heißen.“<sup id="cite_ref-Weber1972a_36-0" class="reference"><a href="#cite_note-Weber1972a-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eigentum ist ein Instrument zur Regulierung von Beschaffungskonkurrenz.<sup id="cite_ref-Weber1972b_37-0" class="reference"><a href="#cite_note-Weber1972b-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hierdurch wird die Verfügungsgewalt über Güter beschränkt.
</p><p>Die <a href="Katholische_Soziallehre" title="Katholische Soziallehre">katholische Soziallehre</a> schließt an Thomas von Aquin an und fasst das Eigentum als notwendigen Faktor zur Verwirklichung der individuellen Freiheit auf. Auf dem <a href="Zweites_Vatikanisches_Konzil" title="Zweites Vatikanisches Konzil">Zweiten Vatikanischen Konzil</a> wurde festgestellt, dass das Privateigentum – auch an den Produktionsmitteln – zur „Selbstdarstellung der Person“ beiträgt und „den unbedingt nötigen Raum für eigenverantwortliche Gestaltung des persönlichen Lebens jedes einzelnen und seiner Familie“ schafft; das Recht auf Eigentum müsse gleichsam „als eine Art Verlängerung der menschlichen Freiheit“ betrachtet werden.<sup id="cite_ref-ZVK1965_38-0" class="reference"><a href="#cite_note-ZVK1965-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der englische Experte für <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">Römisches Recht</a> und Rechtsphilosoph <a href="Tony_Honor%C3%A9" title="Tony Honoré">Tony Honoré</a> betrachtet in seiner einflussreichen<sup id="cite_ref-BjoerkmanHansson_39-0" class="reference"><a href="#cite_note-BjoerkmanHansson-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Baskindetal_40-0" class="reference"><a href="#cite_note-Baskindetal-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-McLean_41-0" class="reference"><a href="#cite_note-McLean-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Arbeit 1961 Eigentum nicht mehr als einzelnes Recht, sondern als ein Bündel von elf Rechten<sup id="cite_ref-StanfordEoP_42-0" class="reference"><a href="#cite_note-StanfordEoP-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, dargestellt in <a href="Tony_Honor%C3%A9#Eigentum_nach_Honoré" title="Tony Honoré">dieser Tabelle seiner Forschungsarbeiten</a>.<sup id="cite_ref-Kay1997_43-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kay1997-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Johnson_44-0" class="reference"><a href="#cite_note-Johnson-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eigentum bestimmt sich dabei durch ein Rechte- und Pflichtenbündel, umfassend Kriterien wie Besitz, Verwendung, Management, Ertrag, Verfügungsgewalt, Rechtsschutz, Ewigkeitsschutz, Schadensminderungs- und verhinderungspflicht, Surrogate.
</p><p>Für <a href="John_Rawls" title="John Rawls">John Rawls</a> ist das <a href="Recht_auf_Eigentum" class="mw-redirect" title="Recht auf Eigentum">Recht auf persönliches Eigentum</a> in seiner <i><a href="Eine_Theorie_der_Gerechtigkeit" class="mw-redirect" title="Eine Theorie der Gerechtigkeit">Theorie der Gerechtigkeit</a></i> eine der Grundfreiheiten, die gemäß dem ersten und obersten seiner beiden Prinzipien jedem Menschen uneingeschränkt zustehen, soweit durch diese Freiheiten nicht die Freiheiten anderer eingeschränkt werden. Dies sagt noch nichts über die <a href="Verm%C3%B6gensverteilung" title="Vermögensverteilung">Verteilung von Eigentum</a> und das Recht auf Privateigentum aus, ein Eigentumssystem mit Kapital und Land im öffentlichen Besitz wäre vereinbar mit der Grundfreiheit. Soziale und ökonomische Ungleichheiten sind nach dem zweiten Prinzip nur soweit zulässig, soweit die am wenigsten Begünstigten einer Gesellschaft hieraus den größtmöglichen Vorteil ziehen.<sup id="cite_ref-Rawls2006_45-0" class="reference"><a href="#cite_note-Rawls2006-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aus dem zweiten Prinzip folgt, dass eine <a href="Umverteilung" title="Umverteilung">Umverteilung</a> dann gerechtfertigt ist, wenn sie den am wenigsten Begünstigten einen größeren Vorteil bringt. In einer offenen Marktwirtschaft kann dies bedeuten, dass von einer Umverteilung insofern abzusehen ist, falls sich die Aussichten der wenigsten Begünstigten dadurch verschlechtert.<sup id="cite_ref-Rawls1979a_46-0" class="reference"><a href="#cite_note-Rawls1979a-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In jedem Fall ist durch die Verteilung das <a href="Existenzminimum" title="Existenzminimum">Existenzminimum</a> sicherzustellen.<sup id="cite_ref-Rawls1979b_47-0" class="reference"><a href="#cite_note-Rawls1979b-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben dem Eigentumsrecht, das sich nur auf körperliche Gegenstände beziehen kann, gewinnen seit der Industrialisierung die Rechte an geistigen Schöpfungen an Bedeutung („<a href="Geistiges_Eigentum" title="Geistiges Eigentum">geistiges Eigentum</a>“). Dies betrifft in der Gegenwart über die Frage des <a href="Urheberrecht" title="Urheberrecht">Urheberrechts</a> hinaus das Eigentum an natürlichen Prozessen in der <a href="Gentechnik" title="Gentechnik">Gentechnik</a> oder an immateriellen Gütern wie <a href="Software" title="Software">Software</a>.
</p><p>Ähnlich des <a href="Commoning" title="Commoning">Commonings</a> als temporaler Praxis des Gemeineigentums<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> schlägt <a href="Carsten_Herrmann-Pillath" title="Carsten Herrmann-Pillath">Carsten Herrmann-Pillath</a> das „Haben“ (<i>Havings</i>) als Begriffsbildung zur Überwindung gängiger Eigentums-, Besitz-, Aneigungs- und Verantwortungsdefinitionen vor.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigentumsordnung_und_verfassungsrechtliche_Schranken">Eigentumsordnung und verfassungsrechtliche Schranken</h2></div>
<p>Die Eigentumsordnung einer Gesellschaft als Teil der <a href="Wirtschaftsordnung" title="Wirtschaftsordnung">Wirtschaftsordnung</a> regelt die Verfügungsrechte über <a href="Gut_(Wirtschaftswissenschaft)" title="Gut (Wirtschaftswissenschaft)">wirtschaftliche Güter</a>.<sup id="cite_ref-Schmidt_50-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schmidt-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Neben der direkten Bestimmung des Eigentums im <a href="Privatrecht" title="Privatrecht">Privatrecht</a> zählen zur Eigentumsordnung die Einstufung des Eigentums als Grundrecht in der Verfassung (<i>Schutz, Garantie</i> oder <i>Unverletzlichkeit des Eigentums</i>) und eine Vielzahl von Regelungen im <a href="%C3%96ffentliches_Recht" title="Öffentliches Recht">öffentlichen Recht</a> (etwa <a href="Bodenrecht" class="mw-redirect" title="Bodenrecht">Bodenrecht</a>, <a href="Waldrecht" class="mw-redirect" title="Waldrecht">Waldrecht</a>, <a href="Nachbarschaftsrecht" class="mw-redirect" title="Nachbarschaftsrecht">Nachbarschaftsrecht</a>, <a href="Kommunalrecht" class="mw-redirect" title="Kommunalrecht">Gemeindeordnungen</a>), durch die der Gebrauch des Eigentums begrenzt wird. Erst das Zusammenspiel dieser gesetzlichen Bestimmungen spiegelt den materiellen Gehalt einer Eigentumsordnung wider.<sup id="cite_ref-Flossmann1976b_51-0" class="reference"><a href="#cite_note-Flossmann1976b-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der <a href="Theorie_der_Verf%C3%BCgungsrechte" title="Theorie der Verfügungsrechte">Theorie der Verfügungsrechte</a> werden die Rechte auf Nutzung, Veräußerung, Veränderung und Vermietung eines Gutes unterschieden.
</p><p>Die Gesamtheit des Eigentums einer Person (oder einer Gruppe, eines Unternehmens, einer <a href="Volkswirtschaft" title="Volkswirtschaft">Volkswirtschaft</a> etc.) bezeichnet man auch als deren „<a href="Verm%C3%B6gen_(Wirtschaft)" title="Vermögen (Wirtschaft)">Vermögen</a>“. Im ursprünglichen Sinn des Wortes ist festgehalten, dass Eigentum <a href="Macht" title="Macht">Macht</a> verleiht, etwa indem jemand andere Menschen dafür bezahlt, dass sie für ihn arbeiten.
</p><p>Eigentumsordnungen lassen sich danach unterscheiden, welche Arten von Gütern privates Eigentum sein dürfen und welche nicht. Das kann Fragen der <a href="Sklaverei" title="Sklaverei">Sklaverei</a> und <a href="Leibeigenschaft" title="Leibeigenschaft">Leibeigenschaft</a> (Eigentum am Menschen) betreffen, aber auch Fragen des <a href="Nobilitierung" title="Nobilitierung">Erbadels</a> und der <a href="Dynastie" title="Dynastie">Geschlechtererbfolge</a> (Privilegierungen gegenüber ausgeschlossenen Dritten).
</p><p>In Eigentumsordnungen werden Eingriffsrechte wie die <a href="Steuer" title="Steuer">Besteuerung</a> von Eigentum und dessen <a href="Erbe" title="Erbe">Vererbung</a> geregelt, ebenso die Voraussetzungen einer <a href="Enteignung" title="Enteignung">Enteignung</a> nebst <a href="Entsch%C3%A4digung" title="Entschädigung">Entschädigungsleistungen</a> (<a href="Sozialpflichtigkeit_des_Eigentums" title="Sozialpflichtigkeit des Eigentums">Sozialpflichtigkeit des Eigentums</a>). Möglichen sozialen <a href="Konflikt" title="Konflikt">Konflikten</a> kann somit durch Regelwerke begegnet werden. Die Abgrenzung von Eigentumssphären, die personale oder institutionelle Zuordnungen zulassen, vereinfachen viele Prozesse soziale Entscheidungsfindungen. Wenn alle über alles entscheiden, ist der Informations- und Entscheidungsprozess extrem aufwendig und kostet weit mehr Zeit, als wenn jeder nur über das Seine entscheidet.
</p><p>Gemäß der Theorie der Verfügungsrechte ist der Vorzug des Privateigentums die Erzeugung einer starken Motivation des Eigentümers zu schonendem und sparsamem Gebrauch von Gütern und zur Schaffung neuer Güter. Kollektiveigentum hingegen führe zu unwirtschaftlichem Verhalten. Dennoch gab es gerade in der Landwirtschaft traditionell kollektives Eigentum. Im vorrevolutionären Frankreich etwa gab es unterschiedliche Formen gemeinschaftlichen Eigentums. Die Teilhaber am kollektiven Grundeigentum wurden von Mirabeau 1769 erstmals als „communistes“ benannt, er sah darin unter anderem soziale Vorteile. Außerdem gab es vor und nach der Revolution von 1789 unter freien Bauern familiale Gütergemeinschaften, die „communauté taisible“.<sup id="cite_ref-Schieder_52-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schieder-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es komme zur <a href="Tragik_der_Allmende" title="Tragik der Allmende">Tragik der Allmende</a>, dem Phänomen, dass Menschen weniger leisten, wenn sie kollektiv tätig sind, da sie weder die Folgen ihrer Handlungen in vollem Umfang tragen müssen noch den individuellen Einsatz in vollem Umfang zugerechnet bekommen.
</p><p>Durch die Eigentumsordnung entstehen aber auch ganz neue Probleme. So ist Eigentum die ständige Tendenz immanent, ungleich verteilt zu werden, weil es zur Vermehrung für eigene Zwecke genutzt wird (Verleihen, Vermieten, Verpachten oder Investieren in gewinnbringende Projekte). Je ungleicher die <a href="Einkommensverteilung" title="Einkommensverteilung">Einkommens-</a> und <a href="Verm%C3%B6gensverteilung" title="Vermögensverteilung">Vermögensverteilung</a> in einer Gesellschaft werden, umso schärfer stellt sich die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit. Mit der Schichtung der Gesellschaft nach Vermögen, entstehen soziale Unterschiede und Spannungen zwischen Armen und Reichen, zwischen Schuldnern und Gläubigern. Soziale Maßnahmen als Transferleistungen (private Wohltätigkeit, staatliche Sozialhilfe, institutionalisierter Schuldenerlass) werden notwendig, um soziale Spannungen abzubauen. Falls Eigentum vererbt wird, haben die Neugeborenen je nach Schichtzugehörigkeit von vornherein unterschiedliche Startchancen. Falls Eigentum nicht vererbt wird, schwindet bei älteren Menschen mit Kindern die Leistungsbereitschaft, weil sie nichts an ihre Kinder vererben können. <a href="Monopol" title="Monopol">Monopole</a> werfen die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit insofern auf, als keine <a href="Wettbewerb_(Wirtschaft)" title="Wettbewerb (Wirtschaft)">Konkurrenz</a> die Preise zügelt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gemeineigentum">Gemeineigentum</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gemeinschaftliches_Eigentum">Gemeinschaftliches Eigentum</h3></div>
<p>Die erste Form des Gemeineigentums <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">sesshafter</a> Gesellschaften findet sich bei den <a href="Weltreich" title="Weltreich">Großreichen</a> der <a href="%C3%84gypten#Geschichte" title="Ägypten">Ägypter</a>, <a href="Babylonien" title="Babylonien">Babylonier</a> oder <a href="Perserreich" title="Perserreich">Perser</a>. Ein mythisch häufig überhöhter Oberherr war – im Rahmen einer <a href="Monarchie" title="Monarchie">monarchisch-hierarchischen</a> Organisationsform – Eigentümer gemeinschaftlichen Bodens, deren Besitzer diesen für familiäre und gemeinschaftliche Zwecke unter Teilabgabeverpflichtungen an den Herrn bearbeiteten. Gelegentlich wird diese Form etwas abschätzig als <a href="Orientalische_Despotie" title="Orientalische Despotie">orientalische Despotie</a> bezeichnet,<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weil erheblicher staatlicher Bürokratismus vorherrschte. Aus der genossenschaftlichen Organisationsform städtischer Gemeinschaften in Griechenland und im römischen Reich wiederum bildete sich in einigen Städten wie <a href="Athen" title="Athen">Athen</a>, <a href="Korinth" title="Korinth">Korinth</a> oder <a href="Rom" title="Rom">Rom</a>, Grundeigentum großer Ordnungen heraus (antikes Grundeigentum<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Diese Organisationsform trug <a href="Oligarchie" title="Oligarchie">oligarchische</a> und <a href="Pluralismus_(Politik)" title="Pluralismus (Politik)">plurale</a> Züge in sich. Die Gemeinschaftsarbeiten der städtischen Bürgerschaft bestanden vornehmlich in der Ausbildung und Aufnahme der Kriegskunst und des Kultus. Das germanische Gemeineigentum wiederum hatte bis in die Neuzeit in Gestalt der <a href="Allmende" title="Allmende">Allmende</a> Bestand.<sup id="cite_ref-Marquardt_2002_55-0" class="reference"><a href="#cite_note-Marquardt_2002-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Allmende findet sich in vielen traditionell geprägten Kulturen. Sie ist eine Zwischenform zwischen Individualeigentum und zentralisiertem Staatseigentum. Gemeint ist damit das kollektive Eigentum einer Gemeinschaft, etwa eines Dorfes, an gemeinsam nach bestimmten Regeln genutzten Ressourcen. Nachdem diese Form der Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen aus Perspektive der <a href="Tragik_der_Allmende" title="Tragik der Allmende">Tragik der Allmende</a> lange Zeit als ungeeignet angesehen wurde, hat sich in den letzten Jahrzehnten die Bewertung geändert.<sup id="cite_ref-Ostrom_56-0" class="reference"><a href="#cite_note-Ostrom-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Sternetal_57-0" class="reference"><a href="#cite_note-Sternetal-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In angepasster Form gibt es Elemente des Gemeineigentums heute noch als <a href="Verstaatlichung" title="Verstaatlichung">staatliches</a> oder <a href="Gemeinde" title="Gemeinde">kommunales</a> Eigentum. Verwaltet wird es durch <a href="%C3%96ffentliche_Verwaltung" title="Öffentliche Verwaltung">Behörden</a>. Daneben gibt es <a href="Genossenschaft" title="Genossenschaft">genossenschaftliches</a> oder <a href="Aktiengesellschaft" title="Aktiengesellschaft">kollektives Eigentum an Betrieben</a> oder <a href="Immobilienfonds" title="Immobilienfonds">Immobilien</a>, auch öffentliches Eigentum zur gemeinsamen Nutzung (<a href="Commons" title="Commons">Commons</a>), etwa Parks oder öffentliche Gärten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sozialistische_Eigentumsordnungen">Sozialistische Eigentumsordnungen</h3></div>
<p>Die sozialistischen Ordnungen von Gemeineigentum sind als umfassende Eigentumsformen zu denken. Individuelle Verfügungsrechte werden darin zur Disposition gestellt. Ihr während des 20. Jahrhunderts entwickeltes Selbstverständnis beruht auf einer dialektischen Kritik des Privateigentum und auf neuer, revolutionärer Willensbildung der dahinter stehenden Rechtsgemeinschaft. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel stehen in Gemeineigentum. Die Wertschöpfungsprozesse sind arbeitsteilig und kooperativ.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den sozialen Gegensatz von Arbeit und privatem Eigentum nannte Marx „Entfremdung“,<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weshalb er die „Diktatur des Proletariats“ forderte.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Kontext gleicher und allgemeiner Rechte dieses Zuschnitts stehen Begrifflichkeiten, die sich eigentumsordnungsrechtlich etwa so fassen lassen: <a href="Zentralverwaltungswirtschaft" title="Zentralverwaltungswirtschaft">Planwirtschaft</a> (zentrale Organisation der Produktion und Distribution von Gütern), genossenschaftliche Selbstverwaltung (dezentrale Produktionskollektive) und <a href="Sozialistische_Marktwirtschaft" title="Sozialistische Marktwirtschaft">sozialistische Marktwirtschaft</a> (sich selbst regulierende Organisation). Gemeinsam ist allen Vorstellungen, dass Grundlage und Bedingung aller Produktion das gemeinschaftliche Volkseigentum an Grund und Boden ist. Bei freiem Zugang, besteht für den Einzelnen aber keine Möglichkeit private Verfügungsgeschäfte zu tätigen. Die sozialistische Marktwirtschaft verknüpft zentrale Planung und dezentrale Produktionsformen und ist den beiden vorgenannten Sichtweisen daher überlegen.
</p><p>Der politische Gesamtrahmen lässt Privateigentum im Bereich der Produktion zu; allerdings ist der Gebrauch im Sinne der übergeordneten Planerfüllung zeitgleich staatlich kontrolliert. In Verfassungsrahmen sozialistischer Eigentumsordnungen ist das private Eigentum an den Produktionsmitteln nicht rechtlich geschützt, ihr Gebrauch hat dem Wohl des Staates zu dienen.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sonderform:_Gesellschaftliches_Eigentum">Sonderform: Gesellschaftliches Eigentum</h3></div>
<p>Eine Sonderform des <a href="Kollektiveigentum" title="Kollektiveigentum">Kollektiveigentums</a> ist das „gesellschaftliche Eigentum“, eine Eigentumskonzeption des <a href="Sozialistische_F%C3%B6derative_Republik_Jugoslawien" title="Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien">ehemaligen Jugoslawien</a>. Diese Konzeption entstammt der <a href="Sozialismus" title="Sozialismus">sozialistischen Ideologie</a> insofern, als es eine Abkehr vom <a href="Marktwirtschaft" title="Marktwirtschaft">marktwirtschaftlichen</a> Eigentumsverständnis bedeutet. Es ist aber nicht mit dem vermeintlich <a href="Kommunismus" title="Kommunismus">kommunistischen</a> Staats- oder <a href="Volkseigentum" title="Volkseigentum">Volkseigentum</a> gleichzusetzen, bei dem der Staat der Rechtsträger ist und welches nach jugoslawischer Anschauung genau wie das Privateigentum zur Ausbeutung und <a href="Entfremdungstheorie" class="mw-redirect" title="Entfremdungstheorie">Entfremdung der Arbeiter</a> durch die <a href="Monopol" title="Monopol">Monopolisierung</a> der wirtschaftlichen und politischen Macht führt.<sup id="cite_ref-Fuchs1974_62-0" class="reference"><a href="#cite_note-Fuchs1974-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Sozialistische_F%C3%B6derative_Republik_Jugoslawien#Unter_Tito_(1945–1980)" title="Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien">jugoslawischen Verfassung von 1974</a> wird das gesellschaftliche Eigentum negativ definiert. <i>Niemand</i>, weder eine Gebietskörperschaft, noch eine Organisation der vereinten Arbeit oder der einzelne Arbeiter ist Träger der Eigentumsrechte an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln. Demnach erlangt niemand Eigentumstitel über das Produkt der gesellschaftlichen Arbeit oder kann über die gesellschaftlichen Produktivkräfte verfügen oder ihre Verteilung bestimmen.<sup id="cite_ref-Hassine2008a_63-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hassine2008a-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Konkretisierung der Definition und die Interpretation des gesellschaftlichen Eigentums blieb seit seiner Einführung 1953 kontrovers und rechtlich umstritten. Den Kern des Meinungsstreits bildet die Frage, ob es sich beim gesellschaftlichen Eigentum um eine rechtliche oder rein sozioökonomische Kategorie handelt, sowie die Frage nach dem Träger des Eigentumsrechts, so dieses bejaht wird.
</p><p>Ausgehend vom <a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">privatkapitalistischen</a> bzw. marktwirtschaftlichen Verständnis wird auch vertreten, dass das gesellschaftliche Eigentum eher eine ordnungspolitische Kategorie als eine Rechtsform oder Kategorie des Eigentums ist. Beim gesellschaftlichen Eigentum fehlt weitgehend die Zuordnung der Herrschaft über eine Sache zu einer juristischen oder natürlichen Person wie in anderen Eigentumsverfassungen. Dennoch entstanden selbst aus dem gesellschaftlichen Eigentum gewisse Individualrechte und es lässt sich in diesem Sinne wohl von einer Eigentumskategorie sprechen, wenngleich sie eben keine Entsprechung in marktwirtschaftlichen Ordnungen findet.<sup id="cite_ref-Roggemann_64-0" class="reference"><a href="#cite_note-Roggemann-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dementsprechend ist das gesellschaftliche Eigentum als ein Eigentumssurrogat oder eigentumsähnliches Nutzungsrecht einzustufen. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass in dieser sozialistischen Eigentumsordnung Privateigentum nach marktwirtschaftlichen Vorstellungen nebenher weiter existierte.
Die Frage nach der rechtlichen Einordnung des gesellschaftlichen Eigentums gewann an Aktualität nach dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens und bei dem Versuch der Klärung der Eigentumsverhältnisse Privater sowie bei der <a href="Privatisierung" title="Privatisierung">Unternehmensprivatisierung</a>. In <a href="Bosnien_und_Herzegowina" title="Bosnien und Herzegowina">Bosnien und Herzegowina</a> wurde zur Regelung der offenen Eigentumsansprüche Privater die <i>Commission for Real Property Claims</i> (CRPC) und im <a href="Kosovo" title="Kosovo">Kosovo</a> das Wohn- und Eigentumsdirektorat (<i><a href="Housing_and_Property_Directorate" title="Housing and Property Directorate">Housing and Property Directorate</a> / Claims Commission</i> – HPD/CC) errichtet.<sup id="cite_ref-Hassine2008b_65-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hassine2008b-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Niklas Angebauer, Tilo Wesche: <cite style="font-style:italic">Theorien des Eigentums. Zur Einführung</cite>. <a href="Junius_Verlag" title="Junius Verlag">Junius Verlag</a>, Hamburg 2024, ISBN 978-3-96060-340-5.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Eigentum&rft.au=Niklas+Angebauer%2C+Tilo+Wesche&rft.btitle=Theorien+des+Eigentums.+Zur+Einf%C3%BChrung&rft.date=2024&rft.genre=book&rft.isbn=9783960603405&rft.place=Hamburg&rft.pub=Junius+Verlag" style="display:none"> </span></li>
<li>Niklas Angebauer, Jacob Blumenfeld und Tilo Wesche (Hg.): <i>Umkämpftes Eigentum. Eine gesellschaftstheoretische Debatte.</i> Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-30050-3.</li>
<li>Reinhard Brandt: <i>Eigentumstheorien von Grotius bis Kant.</i> Frommann-Holzboog, 1974, ISBN 3-7728-0412-8.</li>
<li>Manfred Brocker: <i>Arbeit und Eigentum. Der Paradigmenwechsel in der neuzeitlichen Eigentumstheorie.</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992.</li>
<li>Thomas von Danwitz, Otto Depenheuer, Christoph Engel: <i>Bericht zur Lage des Eigentums.</i> XII. 2002, ISBN 3-540-43266-3.</li>
<li><a href="Otto_Depenheuer" title="Otto Depenheuer">Otto Depenheuer</a> (Hrsg.) <i>Eigentum – Ordnungsidee, Zustand, Entwicklungen.</i> IX. 2005, ISBN 3-540-23355-5.</li>
<li><a href="J%C3%BCrgen_Ebach" title="Jürgen Ebach">Jürgen Ebach</a>, Zeev W. Falk u. a.: <i>Eigentum</i>. In: <i><a href="Theologische_Realenzyklop%C3%A4die" title="Theologische Realenzyklopädie">Theologische Realenzyklopädie</a></i> (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin / New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 404–460 (Geschichte im Judentum und Christentum sowie theologische Ethik).</li>
<li>Andreas Eckl, Bernd Ludwig (Hrsg.): <i>Was ist Eigentum.</i> Philosophische Positionen von Platon bis Habermas. Verlag C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52826-0.</li>
<li>Harald Haslbauer: <i>Eigentum und Person: Begriff, Notwendigkeit und Folgen bürgerlicher Subjektivierung.</i> Verl.-Haus <a href="Monsenstein_und_Vannerdat" title="Monsenstein und Vannerdat">Monsenstein und Vannerdat</a>, Münster 2010, ISBN 978-3-86991-022-2.</li>
<li>Lawrence Krader: <i>Besitz/Eigentum</i>. In: <i><a href="Historisch-kritisches_W%C3%B6rterbuch_des_Marxismus" title="Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus">Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus</a></i>, Bd. 2. Argument-Verlag, Hamburg 1995, Sp. 172–177.</li>
<li>Franco Negro: <i>Das Eigentum. Geschichte und Zukunft. Versuch eines Überblicks.</i> Beck, München/Berlin 1963.</li>
<li><a href="Alfred_J._Noll" title="Alfred J. Noll">Alfred J. Noll</a>: <i>John Locke und das Eigentum. Eine Einführung in das Second Treatise of Government und seine ‘great foundation of property’</i>, mandelbaum, Wien 2016</li>
<li><a href="Dieter_Schwab" title="Dieter Schwab">Dieter Schwab</a>: <i>Eigentum.</i> In: <a href="Otto_Brunner_(Historiker)" title="Otto Brunner (Historiker)">Otto Brunner</a>, <a href="Werner_Conze" title="Werner Conze">Werner Conze</a>, <a href="Reinhart_Koselleck" title="Reinhart Koselleck">Reinhart Koselleck</a> (Hrsg.): <i><a href="Geschichtliche_Grundbegriffe" title="Geschichtliche Grundbegriffe">Geschichtliche Grundbegriffe</a>. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.</i> Band 2, Klett-Cotta, Stuttgart 1975, S. 65–115.</li>
<li>Schwäbisch Hall-Stiftung (Hrsg.): <i>Kultur des Eigentums.</i> XV. 2006, ISBN 3-540-33951-5.</li>
<li><a href="Veit_Thomas" title="Veit Thomas">Veit Thomas</a>: <i>Theorie des Rechts auf Eigentum. Vom Herrschaftsinstitut zum lebensdienlichen Weltgrundrecht.</i> LIT Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-643-15273-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Eigentum" class="extiw external" title="wikt:Eigentum">Wiktionary: Eigentum</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Eigentum" class="extiw external" title="q:Eigentum">Wikiquote: Eigentum</a></b> – Zitate </div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4013793-4">Literatur von und über Eigentum</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://plato.stanford.edu/entries/property/">Eintrag</a> in Edward N. Zalta (Hrsg.): <i><a href="Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy" title="Stanford Encyclopedia of Philosophy">Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></i>.<span style="display:none">Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3</span></li>
<li>Tibor Machan: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.iep.utm.edu/property/"><i>The Right to Private Property.</i></a> In: James Fieser, Bradley Dowden (Hrsg.): <i><a href="Internet_Encyclopedia_of_Philosophy" title="Internet Encyclopedia of Philosophy">Internet Encyclopedia of Philosophy</a></i>.</li>
<li>Christoph Engel: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110208131325/http://www.coll.mpg.de/?q=node/625#_Toc535567670"><i>Die soziale Funktion des Eigentums.</i></a> Max Planck Institute for Research on Collective Goods, Heidelberg 2002.</li>
<li>Doris König: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160121104719/https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb5/inst/IRP/Bitburger_Gespraeche_Einzeldokumente/BitburgerGespr_2004_I_Koenig_127_150_geschuetzt.pdf"><i>Der Schutz des Eigentums im europäischen Recht.</i></a> <a href="Bitburger_Gespr%C3%A4che" title="Bitburger Gespräche">Bitburger Gespräche</a>, 2004.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Wolff1926-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Wolff1926_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Martin_Wolff_(Rechtswissenschaftler)" title="Martin Wolff (Rechtswissenschaftler)">Martin Wolff</a>: <cite style="font-style:italic">Sachenrecht</cite>. 6. Auflage. 1926, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>144</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Eigentum&rft.au=Martin+Wolff&rft.btitle=Sachenrecht&rft.date=1926&rft.edition=6&rft.genre=book&rft.pages=144" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-Flossmann1976a-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Flossmann1976a_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ursula_Flo%C3%9Fmann" title="Ursula Floßmann">Ursula Floßmann</a>: <i>Eigentumsbegriff und Bodenordnung im historischen Wandel.</i> Institut für Kommunalwissenschaften, Linz 1976, S. 20.</span>
</li>
<li id="cite_note-SiegristSugarman1999a-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-SiegristSugarman1999a_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Hannes Siegrist, David Sugarman (Hrsg.): <i>Eigentum im internationalen Vergleich: 18.–20. Jahrhundert</i> (= <i><a href="Kritische_Studien_zur_Geschichtswissenschaft" title="Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft">Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft</a>.</i> Band 130). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, S. 11.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__903.html">§ 903 BGB</a></span>
</li>
<li id="cite_note-SiegristSugarman1999b-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-SiegristSugarman1999b_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Hannes Siegrist, David Sugarman: <i>Geschichte als historisch-vergleichende Eigentumswissenschaft.</i> In: Hannes Siegrist, David Sugarman (Hrsg.): <i>Eigentum im internationalen Vergleich: 18.–20. Jahrhundert</i> (= <i><a href="Kritische_Studien_zur_Geschichtswissenschaft" title="Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft">Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft</a>.</i> Band 130). Vandenhoeck & Ruprecht, 1999, S. 9 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-BendaBeckmannetal-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-BendaBeckmannetal_6-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa <a href="Franz_von_Benda-Beckmann" title="Franz von Benda-Beckmann">Franz von Benda-Beckmann</a>, Keebet von Benda-Beckmann, Melanie G. Wiber (Hrsg.): <i>Changing Properties of Property.</i> Berghahn Books, 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-Theil-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Theil_7-0">↑</a></span> <span class="reference-text">siehe dazu W. Theil: <i>Eigentum und Verpflichtung: einige juristische Aspekte.</i> In: H. J. Stadermann, O. Steiger: <i>Verpflichtungsökonomik. Eigentum, Freiheit und Haftung in der Geldwirtschaft.</i> S. 175–200 (<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20071009010531/http://www.eigentumsoekonomik.de/docs/Eigentum_und_Verpflichtung-WT.pdf">Online-Version</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 9. Oktober 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) PDF; 187 kB).</span>
</li>
<li id="cite_note-Kimmich-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Kimmich_8-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Otto Kimmich: <i>Eigentum.</i> In: <i>Staatslexikon. Recht – Wirtschaft – Gesellschaft.</i> Band 2. Herder, Freiburg 1995, S. 161.</span>
</li>
<li id="cite_note-Theil2001-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Theil2001_9-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Theil: <i>Eigentum und Verpflichtung.</i> In: Joachim Stadermann, Otto Steiger (Hrsg.): <i>Verpflichtungsökonomik. Eigentum, Freiheit und Haftung in der Geldwirtschaft.</i> Metropolis, Marburg 2001, S. 175–200, S. 176.</span>
</li>
<li id="cite_note-Feit1993a-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Feit1993a_10-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Harvey Feit: <i>The Construction of the Algonquian Hunting Territories</i>. In: George W. Stocking (Hrsg.): <i>Colonial Situations: Essays on the Contextualization of Ethnographic Knowledge.</i> Univ. of Wisconsin Press, 1993, ISBN 0-299-13124-6, S. 109.</span>
</li>
<li id="cite_note-Feit1993b-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Feit1993b_11-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Harvey Feit: <i>The Construction of the Algonquian Hunting Territories</i>. In: George W. Stocking (Hrsg.): <i>Colonial Situations: Essays on the Contextualization of Ethnographic Knowledge.</i> Univ. of Wisconsin Press, 1993, ISBN 0-299-13124-6, S. 110.</span>
</li>
<li id="cite_note-Mikl-Horke-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Mikl-Horke_12-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Gertraude Mikl-Horke: <i>Historische Soziologie der Wirtschaft.</i> Oldenbourg, München 1999, S. 15.</span>
</li>
<li id="cite_note-Aristoteles-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Aristoteles_13-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Aristoteles: <i><a href="Politik_(Aristoteles)" title="Politik (Aristoteles)">Politik</a>.</i> S. 1257–1263.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Herbert_Hausmaninger" title="Herbert Hausmaninger">Herbert Hausmaninger</a>, <a href="Walter_Selb" title="Walter Selb">Walter Selb</a>: <i>Römisches Privatrecht</i>, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9. S. 92f.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Max_Weber" title="Max Weber">Max Weber</a>: <i>Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht.</i> Stuttgart 1891 (MWG I/2). S. 6.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. mit vernunftrechtlichem Ansatz, <a href="Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel" title="Georg Wilhelm Friedrich Hegel">Georg Wilhelm Friedrich Hegel</a>: <i>Grundlinien der Philosophie des Rechts</i>, § 46, Anmerkung, Hamburg 1955. S. 58.</span>
</li>
<li id="cite_note-Chiusi2005a-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Chiusi2005a_17-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Tiziana J. Chiusi: <i>Strukturen des römischen Eigentums im Spiegel rhetorisch-philosophischer Texte Ciceros.</i> In: Andreas Eckl, Bernd Ludwig (Hrsg.): <i>Was ist Eigentum?</i> Beck, München 2005, S. 59.</span>
</li>
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